Dienstag, 27. April 2010

GEDANKENSPUR

Lese einen Text
Nichts fällt einfach so vom Himmel – oder doch? Wenn die Zukunft immer ein Resultat ist, dann sind ihre Spuren schon jetzt erkennbar. Man muss sie nur richtig deuten.

Während ich diese Zeilen Revue passieren lassen, denke ich an meinen alltäglichen Spaziergang. Sehe ich dort nicht jeden Tag eher die Spuren der Vergangenheit? Müll der achtlos auf den Weg geworfen wurde. Der schwarze Fleck auf der Wiese. Der frische Baumstumpf. Alles Spuren der Vergangenheit. Während ich mir diese Spuren so ansehe, denke ich: wahrnehmen tue ich das Jetzt, die Gegenwart. Wie deute ich aber jetzt diese Spuren in Bezug auf die Spuren der späteren Tage? Kann ich aus den Spuren der Vergangenheit und der Gegenwart das Morgen herauslesen? Und wie sollte ich sie „richtig“ deuten? Ist das überhaupt möglich? Wenn der Müll nicht fortgeräumt wird, bleibt er dort liegen und da es sich um eine Blechdose handelt, wird sie wohl mit den Jahren verrotten. Wenn nicht wieder ein Lagerfeuer auf dem gleichen Fleck gemacht wird, wird in den nächsten Wochen und Monaten wieder Gras über die Sache gewachsen sein. Wenn die Arbeiter den Baumstumpf so stehen lassen, wird er so nach und nach vermodern. Moos und Tiere werden dort eine neue Heimat finden. Mir fällt auf, dass ich bei den Spuren in die Zukunft mit einem wenn beginnen muss. Was war, weiß ich, was heute ist, sehe ich, aber was in der Zukunft liegt, hängt davon ab, wie die einzelnen Menschen handeln werden. Denn es könnte ja auch sein, dass der Müll aufgesammelt wird. Dass den Menschen, die gestern hier ein Lagerfeuer veranstaltet haben der Platz so gut gefiel, dass sie wiederkommen und anderen von ihrem Vergnügen erzählen. Die finden diese Idee toll und veranstalten hier ebenfalls ein Lagerfeuer. Es kommen immer mehr Menschen. Die Stadt, die für diesen Teil des Weges zuständig ist, sieht das und baut, um ausbreitende Feuer zu verhindern, feste Grillplätze. Klohäuschen werden aufgebaut. Mittlerweile gibt es Wartelisten, weil so viele Leute an diesen Platz wollen. Ich kann gar nicht aufhören, mir auszumalen, wie kommerziell der Platz auf einmal werden könnte. Dabei finde ich diese Vorstellung noch nicht einmal besonders schön. Ich liebe die Ruhe und weiche dem ganzen Kommerz gerne aus, wo ich nur kann. Außerdem glaube ich, dass die Menschen, die gestern hier ein Lagerfeuer gemacht haben, die ersten sein werden, die sich dann einen neuen Platz suchen. Wieso fällt mir diese Vision überhaupt ein? Sie gefällt mir nicht und trotzdem ist meine Vorstellung in diese Richtung regelrecht losgalloppiert. Ich komme zu dem Schluss, dass meine Zukunftsgedanken wohl sehr viel mit meinen Erfahrungen aus der Vergangenheit zu tun haben. War es denn bis jetzt nicht immer so? Irgendjemand hat irgendetwas entdeckt und alle sind auf diesen Zug aufgesprungen. Dazu fallen mir die unzähligen Geheimtipps bei den Urlaubsreisen ein, die später zu wahren Pilgerorten werden. Ich schaue auf den Müll, die kalte Lagerstätte, auf den abgesägten Baum. Vielleicht sollte ich mir eine ganz andere Frage stellen. Welche Spuren will ich hinterlassen, damit sie nicht in eine Zukunft deuten, die ich gar nicht haben will?

Sonntag, 4. April 2010

Alleingang















Die Frau
ist mit der Natur verbunden
ein Leben lang
sie braucht keinen Mann

Die Frau
kommt so viel besser über die Runden
ein Leben lang
sie braucht keinen Mann

Ab heute schlagen nun meine Stunden
mein restliches Leben lang
ich brauche keinen Mann

Freitag, 2. April 2010

Patriarchale Wächter















Seit meinem letzten Eintrag habe ich im Grunde genommen daran gearbeitet die Konditionierungen aufzulösen. Trotzdem bin ich immer wieder an eine Wand gekommen, die mich daran gehindert hat weiterzukommen. Ich wollte Leben und dieses Leben auch genießen, etwas für mich tun, bestimmte Veränderungen in meinem Leben vornehmen. Und dann immer diese Wand, immer dieser Widerstand, bei dem ich ständig das Gefühl hatte, er kommt von Außen. Jemand von Außen versucht mich niederzudrücken.
Tage vergingen, Monate, sogar Jahre. Die "niederdrückende Energie" verdichtete sich zu Personen, die unter meinem Bett lagen. Sie griffen nach meinen Füßen, wenn ich Nachts zur Toilette ging. Sie lauerten hinter den Türen, um mich zu erschrecken.
Diese Bilder kamen mir bekannt vor. Ich hatte sie schon einmal in meiner Pubertät, was dazugeführt hatte, dass ich viele Nächte erst gegen morgen einschlafen konnte und ständig ein Radio laufen musste, um meine Angst im Zaum zu halten. Wieso kamen diese Bilder jetzt wieder? Meine Wechseljahre sind voll im Gange und ich musste daran denken, dass ich gelesen hatte, dass die Wechseljahre wie eine zweite Pubertät sind. Durch meine vielen Erfahrungen mit energetischer Arbeit tat ich diese Energien jetzt allerdings nicht mehr als "Hirngespinste" ab. Allerdings tat ich auch nicht wirklich etwas dagegen, sondern versuchte diese Energien zu ignorieren, denen zu zeigen, dass ich trotzdem aufs Klo ging und weder Licht noch Radio brauchte, um schlafen zu können.
Vor drei Tagen nun nannte ich diese Energien in einem Telefonat mit meiner Freundin Patriarchale Wächter. Es war ein Versuch zu beschreiben, wie es sich für mich anfühlte. Es hat drei Nächte gedauert, bis mir die Tragweite meiner Wortwahl so richtig bewußt wurde. Drei Nächte in denen ich aktiv etwas gegen diese Käfte unternahm, so wie mir meine Freundin ausdrücklich geraten hatte.

Heute nun ist es soweit. Die Tarotkarte "Durchbruch" ist erfolgt. Ich weiß es. Wie oft habe ich vor dieser Wand gestanden, habe mit meiner Freundin Karte um Karte gezogen, weil ich erkennen wollte, was diese Wand ist. Habe ständig auf mich geschaut und versucht meine Handlungsweisen zu verändern, eben Konditionierungen aufzulösen. Trotzdem immer wieder diese Wand. Zwischendurch gab es viele verzweifelte Momente, ich schaffe es nicht. Ständig dieses Gefühl von Kampf und ich war eindeutig dabei diesen Kampf zu verlieren. Schattenboxen ist halt anstrengend. Jetzt habe ich meinen Gegner bewußt ins Auge sehen können, aber was viel wichtiger war: ich habe seinen Namen genannt. Rumpelstilzchen hatte doch auch nur solange Macht über die Königin, wie sie seinen Namen nicht wußte.
Danach gab es keinen Kampf mehr. Ich habe ihn aus meiner Wohnung gejagt. Er ist ängstlich davongerannt. Mein Lachen darüber hallt weit in die energetische Welt hinein und deshalb rufe ich allen Frauen laut zu, verscheucht eure Patriarchalen Wächter, das Gefühl der Befreiung ist unbeschreiblich.