Samstag, 1. Mai 2010

sanfte weibliche Revolution


Eva-Maria Zurhorst wünscht sich in ihrem Film satt & glücklich eine sanfte weibliche Revolution. Was meint sie damit eigentlich genau? Bei soviel Krieg und Elend in der Welt? Irgendwie geht es hauptsächlich darum, dass Frauen sich zwar selber finden dürfen, aber dann hat bitteschön sofort die Beziehung zum Mann die oberste Priorität und nicht etwa die zu anderen Frauen. Das macht mich nicht satt und schon gar nicht glücklich, sondern das macht mich total wütend. Und zwar deshalb, weil ich zur Zeit hautnah erlebe, dass Frauen im Alter alleine und einsam sind, wenn sie so verfahren. Ich bin Teilhaberin einer Firma, die hauptsächlich ältere Frauen zu den einzelnen Kur- und Fereienorten bringt. Mein Hauptteilhaber nennt sie respektlos "meine Omis". Ich fahre keine "Omis", sondern gestandene weise Frauen, die mir einiges zu erzählen haben. Ich muss "nur" richtig hinhören. Sie erzählen Dinge wie, ich war 61 Jahre glücklich verheiratet, aber jetzt brauche ich keinen neuen Partner mehr, ich habe schließlich lang genug gedient.
Ich höre aus den Erzählungen heraus, dass die meisten Frauen nach der Trauer um ihren Mann eine nie gekannte Freiheit erleben, die sie nicht wieder eintauschen wollen.
Es gibt auch Aussagen wie diese: wenn ich gewußt hatte, wie lange ich ihn pflegen muss, dann hätte ich gar nicht erst damit angefangen. Da wird auf den Tod der Männer regelrecht gewartet.
Ich bin auf jeden Fall zu der Schlußfolgerung gelangt, dass es kein gutes Lebenskonzept für Frauen ist, wenn sie an der Priorität der Paarbeziehung festhalten. Weder für ihre Entwicklung, noch für die Kindererziehung und im Alter schon gar nicht. Es gilt andere Lebenskonzepte in der Gemeinschaft von Frauen zu finden.
Wenn ich dann auch noch die anderen Frauen aufrufe, mir nachzutun, glaube ich kaum, dass dieser Aufruf unter die Rubrik "sanfte weibliche Revolution" fallen würde.

Dienstag, 27. April 2010

GEDANKENSPUR

Lese einen Text
Nichts fällt einfach so vom Himmel – oder doch? Wenn die Zukunft immer ein Resultat ist, dann sind ihre Spuren schon jetzt erkennbar. Man muss sie nur richtig deuten.

Während ich diese Zeilen Revue passieren lassen, denke ich an meinen alltäglichen Spaziergang. Sehe ich dort nicht jeden Tag eher die Spuren der Vergangenheit? Müll der achtlos auf den Weg geworfen wurde. Der schwarze Fleck auf der Wiese. Der frische Baumstumpf. Alles Spuren der Vergangenheit. Während ich mir diese Spuren so ansehe, denke ich: wahrnehmen tue ich das Jetzt, die Gegenwart. Wie deute ich aber jetzt diese Spuren in Bezug auf die Spuren der späteren Tage? Kann ich aus den Spuren der Vergangenheit und der Gegenwart das Morgen herauslesen? Und wie sollte ich sie „richtig“ deuten? Ist das überhaupt möglich? Wenn der Müll nicht fortgeräumt wird, bleibt er dort liegen und da es sich um eine Blechdose handelt, wird sie wohl mit den Jahren verrotten. Wenn nicht wieder ein Lagerfeuer auf dem gleichen Fleck gemacht wird, wird in den nächsten Wochen und Monaten wieder Gras über die Sache gewachsen sein. Wenn die Arbeiter den Baumstumpf so stehen lassen, wird er so nach und nach vermodern. Moos und Tiere werden dort eine neue Heimat finden. Mir fällt auf, dass ich bei den Spuren in die Zukunft mit einem wenn beginnen muss. Was war, weiß ich, was heute ist, sehe ich, aber was in der Zukunft liegt, hängt davon ab, wie die einzelnen Menschen handeln werden. Denn es könnte ja auch sein, dass der Müll aufgesammelt wird. Dass den Menschen, die gestern hier ein Lagerfeuer veranstaltet haben der Platz so gut gefiel, dass sie wiederkommen und anderen von ihrem Vergnügen erzählen. Die finden diese Idee toll und veranstalten hier ebenfalls ein Lagerfeuer. Es kommen immer mehr Menschen. Die Stadt, die für diesen Teil des Weges zuständig ist, sieht das und baut, um ausbreitende Feuer zu verhindern, feste Grillplätze. Klohäuschen werden aufgebaut. Mittlerweile gibt es Wartelisten, weil so viele Leute an diesen Platz wollen. Ich kann gar nicht aufhören, mir auszumalen, wie kommerziell der Platz auf einmal werden könnte. Dabei finde ich diese Vorstellung noch nicht einmal besonders schön. Ich liebe die Ruhe und weiche dem ganzen Kommerz gerne aus, wo ich nur kann. Außerdem glaube ich, dass die Menschen, die gestern hier ein Lagerfeuer gemacht haben, die ersten sein werden, die sich dann einen neuen Platz suchen. Wieso fällt mir diese Vision überhaupt ein? Sie gefällt mir nicht und trotzdem ist meine Vorstellung in diese Richtung regelrecht losgalloppiert. Ich komme zu dem Schluss, dass meine Zukunftsgedanken wohl sehr viel mit meinen Erfahrungen aus der Vergangenheit zu tun haben. War es denn bis jetzt nicht immer so? Irgendjemand hat irgendetwas entdeckt und alle sind auf diesen Zug aufgesprungen. Dazu fallen mir die unzähligen Geheimtipps bei den Urlaubsreisen ein, die später zu wahren Pilgerorten werden. Ich schaue auf den Müll, die kalte Lagerstätte, auf den abgesägten Baum. Vielleicht sollte ich mir eine ganz andere Frage stellen. Welche Spuren will ich hinterlassen, damit sie nicht in eine Zukunft deuten, die ich gar nicht haben will?

Sonntag, 4. April 2010

Alleingang















Die Frau
ist mit der Natur verbunden
ein Leben lang
sie braucht keinen Mann

Die Frau
kommt so viel besser über die Runden
ein Leben lang
sie braucht keinen Mann

Ab heute schlagen nun meine Stunden
mein restliches Leben lang
ich brauche keinen Mann

Freitag, 2. April 2010

Patriarchale Wächter















Seit meinem letzten Eintrag habe ich im Grunde genommen daran gearbeitet die Konditionierungen aufzulösen. Trotzdem bin ich immer wieder an eine Wand gekommen, die mich daran gehindert hat weiterzukommen. Ich wollte Leben und dieses Leben auch genießen, etwas für mich tun, bestimmte Veränderungen in meinem Leben vornehmen. Und dann immer diese Wand, immer dieser Widerstand, bei dem ich ständig das Gefühl hatte, er kommt von Außen. Jemand von Außen versucht mich niederzudrücken.
Tage vergingen, Monate, sogar Jahre. Die "niederdrückende Energie" verdichtete sich zu Personen, die unter meinem Bett lagen. Sie griffen nach meinen Füßen, wenn ich Nachts zur Toilette ging. Sie lauerten hinter den Türen, um mich zu erschrecken.
Diese Bilder kamen mir bekannt vor. Ich hatte sie schon einmal in meiner Pubertät, was dazugeführt hatte, dass ich viele Nächte erst gegen morgen einschlafen konnte und ständig ein Radio laufen musste, um meine Angst im Zaum zu halten. Wieso kamen diese Bilder jetzt wieder? Meine Wechseljahre sind voll im Gange und ich musste daran denken, dass ich gelesen hatte, dass die Wechseljahre wie eine zweite Pubertät sind. Durch meine vielen Erfahrungen mit energetischer Arbeit tat ich diese Energien jetzt allerdings nicht mehr als "Hirngespinste" ab. Allerdings tat ich auch nicht wirklich etwas dagegen, sondern versuchte diese Energien zu ignorieren, denen zu zeigen, dass ich trotzdem aufs Klo ging und weder Licht noch Radio brauchte, um schlafen zu können.
Vor drei Tagen nun nannte ich diese Energien in einem Telefonat mit meiner Freundin Patriarchale Wächter. Es war ein Versuch zu beschreiben, wie es sich für mich anfühlte. Es hat drei Nächte gedauert, bis mir die Tragweite meiner Wortwahl so richtig bewußt wurde. Drei Nächte in denen ich aktiv etwas gegen diese Käfte unternahm, so wie mir meine Freundin ausdrücklich geraten hatte.

Heute nun ist es soweit. Die Tarotkarte "Durchbruch" ist erfolgt. Ich weiß es. Wie oft habe ich vor dieser Wand gestanden, habe mit meiner Freundin Karte um Karte gezogen, weil ich erkennen wollte, was diese Wand ist. Habe ständig auf mich geschaut und versucht meine Handlungsweisen zu verändern, eben Konditionierungen aufzulösen. Trotzdem immer wieder diese Wand. Zwischendurch gab es viele verzweifelte Momente, ich schaffe es nicht. Ständig dieses Gefühl von Kampf und ich war eindeutig dabei diesen Kampf zu verlieren. Schattenboxen ist halt anstrengend. Jetzt habe ich meinen Gegner bewußt ins Auge sehen können, aber was viel wichtiger war: ich habe seinen Namen genannt. Rumpelstilzchen hatte doch auch nur solange Macht über die Königin, wie sie seinen Namen nicht wußte.
Danach gab es keinen Kampf mehr. Ich habe ihn aus meiner Wohnung gejagt. Er ist ängstlich davongerannt. Mein Lachen darüber hallt weit in die energetische Welt hinein und deshalb rufe ich allen Frauen laut zu, verscheucht eure Patriarchalen Wächter, das Gefühl der Befreiung ist unbeschreiblich.

Montag, 22. Oktober 2007

Konditionierungen


Nachdem jetzt über eine Woche um ist, merke ich doch, wie schwer es mir fällt diese Diziplin in den restlichen Alltag zu integrieren. Ich glaube, dass ich mehr dem Cinderella-Komplex erlegen bin, als ich ursprünglich dachte. Ich meine damit, dass ich darauf warte, dass mich jemand von der Last der alltäglichen Arbeit befreit. Dass ich nicht mehr putzen, kochen, waschen, bügeln und einkaufen muss.

Meine Freundin meint, dass wenn ich in den alten Frauengemeinschaften leben würde, ich diese Arbeit nicht alleine machen würde. Vielleicht hätte ich ja dort einen Status erreicht, wo dies gar nicht mehr meine Aufgabe wäre und es mir aus diesem Grund so schwer fällt, diese Aufgaben weiterhin so bewältigen. Doch ich lebe nicht in einer Frauengesellschaft. Ich lebe mit meinem Mann und meinem jüngeren Sohn zusammen. Der ältere ist diesen Sommer in seine eigene Wohnung gezogen. Ich meine, was für ein Unterschied es ist, nur unter Frauen zu leben, habe ich schon öfter erfahren und zwar immer dann, wenn ich mit meiner Mutter alleine auf Föhr bin, weil sie auf das Haus ihrer Schwester aufpasst und wenn meine Tante dann auch noch anwesend ist, dann ist die Ent-Lastung immer deutlicher zu spüren. Alle Arbeiten werden aufgeteilt, es gibt dauernd Unterhaltung und dadurch geht auch alles leichter von der Hand.

Was ich mit dem Cinderella-Komplex und der dazugehörigen Konditionierung meine ist die Tatsache, dass diese "Ent-Lastung des Lebens" auf den Mann verlagert wird und ich lange Zeit der Überzeugung war, er müsste mich von der alltäglichen Last erretten, so wie es ja auch im Märchen dargestellt wird. Da kommt der Prinz und errettet das Mädchen aus der Dienstmagdstellung in die sie ja auch noch durch eine reine Frauengemeinschaft geraten ist.

Somit ist die Gehirnwäsche komplett. Die Frauengemeinschaften werden als übel dargestellt und Rettung ist nur durch den Mann gegeben.

Dieser Konditionierung bin ich erlegen und zwar voll und ganz. Daran will ich was ändern.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Disziplin




Seit März diesen Jahres bin ich eisern dabei Sport zu treiben. Ich befinde mich in den Wechseljahren und wog 85 Kilo. Mit soviel Gewicht wollte ich nicht ins Alter gehen und fing an Sport zu treiben. Erst bin ich 75 Mintuen Fahrrad gefahren und habe dabei laut Display 1000 Kalorien verbraucht. Nachdem ich 10 Kilo weg hatte, stagnierte mein Gewicht eine Zeit lang und ich dachte, ich muss noch etwas mehr tun. Also bin ich angefangen morgens 45 Minuten zu joggen und gegen Mittag mache ich noch ein 45-minütiges Work-out-Programm wie Gymnastik auf neudeutsch jetzt heißt. Das mache ich jeden Tag. Mittlerweile wiege ich 15 Kilo weniger und fühle mich total fit. Wenn ich mit Bekannten rede, dann loben sie meine Disziplin. Ich selber finde es auch toll, dass ich das bis jetzt so eisern durchhalte, aber der Erfolg spornt mich ja auch immer wieder an. Und heute Morgen kam mir auf einmal der Gedanke, wieso ich diese eiserne Disziplin nicht auch in andere Bereiche meines Lebens übertrage. Ich mag es gerne ordentlich, warum putze ich also von nun an nicht regelmäßiger? Die Überwindung wird nicht viel anders sein, als beim Fahrrad. Erst überwinde ich den sogenannten inneren Schweinehund und hinterher bin ich froh, dass ich es wieder geschafft habe. So auch beim Putzen, ich überwinde meine Abneigung gegen Hausarbeit und hinterher freue ich mich am Anblick der sauberen Fenster oder des Bades, der Küche oder was auch immer.


Ich habe mir natürlich in meinem Tagebuch den ganzen Tag Gedanken darüber gemacht. Warum ich damit so meine Schwierigkeiten habe und wo diese Blockade herkommt usw. usf. Dabei bin ich auf mancherlei interessante Dinge gestoßen, die ich aber erst noch für mich behalten will.


Aber eines weiß ich. Ab morgen werde ich diese Disziplin auch in andere Bereiche meines Lebens übertragen.


Donnerstag, 11. Oktober 2007

Eva Herman



Was mich bei der ganzen Diskussion um Eva Herman und ihren Äußerungen am traurigsten macht ist die Tatsache, dass über das eigentliche Thema von ihr, nämlich die Anerkennung der Mutterrolle überhaupt nicht diskutiert wird.

Und es kommt mir so sehr vertraut vor. Wie oft habe ich schon erlebt, dass ich ein Thema angeschnitten habe, auf das überhaupt nicht eingegangen wurde, sondern mir von meiner Äußerung irgendetwas vorgehalten wurde und ich mich ruckzuck in eine Diskussion verwickelt sah, die ich im Grunde genommen gar nicht wollte und die an meinem eigentlichen Anliegen völlig vorbeiging.

Die Anerkennung der Mutterrolle ist ein heikles Thema. Das erlebe ich immer wieder. Als ich mein erstes Buch veröffentlichen wollte, da habe ich das Kapitel über Mütter an den Verlag Frauenoffensive geschickt. Die damalige Redakteurin hat es abgelehnt, mit der Begründung ich wäre frauenfeindlich. Mein ältester Sohn hat sich nicht mehr eingekriegt, er empfand mich nämlich immer als männerfeindlich.

Ich vertrete die These, dass Mütter und ihre Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren nicht unbedingt für lange Zeit getrennt sein sollten. Es ist nicht dasselbe, ob die leiblichen Mütter oder andere sich um das Kind kümmern. Diese These wird übrigens in dem Buch von Louann Brizendine "Das weibliche Gehirn" unterstützt. Das weibliche Gehirn erfährt durch die Schwangerschaft und die Geburt eine deutliche Veränderung, die Auswirkungen auf das gesamte Verhalten haben. Ich denke, wir müssen einen Weg finden, darüber offen zu diskutieren. Es nützt uns Frauen nichts, wenn wir bei diesem Thema immer wieder aufschrecken und Angst davor haben, weil wir fürchten wieder in die Biologie und die dazugehörige Abwertung hineinzurutschen.