Was mich bei der ganzen Diskussion um Eva Herman und ihren Äußerungen am traurigsten macht ist die Tatsache, dass über das eigentliche Thema von ihr, nämlich die Anerkennung der Mutterrolle überhaupt nicht diskutiert wird.
Und es kommt mir so sehr vertraut vor. Wie oft habe ich schon erlebt, dass ich ein Thema angeschnitten habe, auf das überhaupt nicht eingegangen wurde, sondern mir von meiner Äußerung irgendetwas vorgehalten wurde und ich mich ruckzuck in eine Diskussion verwickelt sah, die ich im Grunde genommen gar nicht wollte und die an meinem eigentlichen Anliegen völlig vorbeiging.
Die Anerkennung der Mutterrolle ist ein heikles Thema. Das erlebe ich immer wieder. Als ich mein erstes Buch veröffentlichen wollte, da habe ich das Kapitel über Mütter an den Verlag Frauenoffensive geschickt. Die damalige Redakteurin hat es abgelehnt, mit der Begründung ich wäre frauenfeindlich. Mein ältester Sohn hat sich nicht mehr eingekriegt, er empfand mich nämlich immer als männerfeindlich.
Ich vertrete die These, dass Mütter und ihre Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren nicht unbedingt für lange Zeit getrennt sein sollten. Es ist nicht dasselbe, ob die leiblichen Mütter oder andere sich um das Kind kümmern. Diese These wird übrigens in dem Buch von Louann Brizendine "Das weibliche Gehirn" unterstützt. Das weibliche Gehirn erfährt durch die Schwangerschaft und die Geburt eine deutliche Veränderung, die Auswirkungen auf das gesamte Verhalten haben. Ich denke, wir müssen einen Weg finden, darüber offen zu diskutieren. Es nützt uns Frauen nichts, wenn wir bei diesem Thema immer wieder aufschrecken und Angst davor haben, weil wir fürchten wieder in die Biologie und die dazugehörige Abwertung hineinzurutschen.

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