Montag, 22. Oktober 2007

Konditionierungen


Nachdem jetzt über eine Woche um ist, merke ich doch, wie schwer es mir fällt diese Diziplin in den restlichen Alltag zu integrieren. Ich glaube, dass ich mehr dem Cinderella-Komplex erlegen bin, als ich ursprünglich dachte. Ich meine damit, dass ich darauf warte, dass mich jemand von der Last der alltäglichen Arbeit befreit. Dass ich nicht mehr putzen, kochen, waschen, bügeln und einkaufen muss.

Meine Freundin meint, dass wenn ich in den alten Frauengemeinschaften leben würde, ich diese Arbeit nicht alleine machen würde. Vielleicht hätte ich ja dort einen Status erreicht, wo dies gar nicht mehr meine Aufgabe wäre und es mir aus diesem Grund so schwer fällt, diese Aufgaben weiterhin so bewältigen. Doch ich lebe nicht in einer Frauengesellschaft. Ich lebe mit meinem Mann und meinem jüngeren Sohn zusammen. Der ältere ist diesen Sommer in seine eigene Wohnung gezogen. Ich meine, was für ein Unterschied es ist, nur unter Frauen zu leben, habe ich schon öfter erfahren und zwar immer dann, wenn ich mit meiner Mutter alleine auf Föhr bin, weil sie auf das Haus ihrer Schwester aufpasst und wenn meine Tante dann auch noch anwesend ist, dann ist die Ent-Lastung immer deutlicher zu spüren. Alle Arbeiten werden aufgeteilt, es gibt dauernd Unterhaltung und dadurch geht auch alles leichter von der Hand.

Was ich mit dem Cinderella-Komplex und der dazugehörigen Konditionierung meine ist die Tatsache, dass diese "Ent-Lastung des Lebens" auf den Mann verlagert wird und ich lange Zeit der Überzeugung war, er müsste mich von der alltäglichen Last erretten, so wie es ja auch im Märchen dargestellt wird. Da kommt der Prinz und errettet das Mädchen aus der Dienstmagdstellung in die sie ja auch noch durch eine reine Frauengemeinschaft geraten ist.

Somit ist die Gehirnwäsche komplett. Die Frauengemeinschaften werden als übel dargestellt und Rettung ist nur durch den Mann gegeben.

Dieser Konditionierung bin ich erlegen und zwar voll und ganz. Daran will ich was ändern.

Sonntag, 14. Oktober 2007

Disziplin




Seit März diesen Jahres bin ich eisern dabei Sport zu treiben. Ich befinde mich in den Wechseljahren und wog 85 Kilo. Mit soviel Gewicht wollte ich nicht ins Alter gehen und fing an Sport zu treiben. Erst bin ich 75 Mintuen Fahrrad gefahren und habe dabei laut Display 1000 Kalorien verbraucht. Nachdem ich 10 Kilo weg hatte, stagnierte mein Gewicht eine Zeit lang und ich dachte, ich muss noch etwas mehr tun. Also bin ich angefangen morgens 45 Minuten zu joggen und gegen Mittag mache ich noch ein 45-minütiges Work-out-Programm wie Gymnastik auf neudeutsch jetzt heißt. Das mache ich jeden Tag. Mittlerweile wiege ich 15 Kilo weniger und fühle mich total fit. Wenn ich mit Bekannten rede, dann loben sie meine Disziplin. Ich selber finde es auch toll, dass ich das bis jetzt so eisern durchhalte, aber der Erfolg spornt mich ja auch immer wieder an. Und heute Morgen kam mir auf einmal der Gedanke, wieso ich diese eiserne Disziplin nicht auch in andere Bereiche meines Lebens übertrage. Ich mag es gerne ordentlich, warum putze ich also von nun an nicht regelmäßiger? Die Überwindung wird nicht viel anders sein, als beim Fahrrad. Erst überwinde ich den sogenannten inneren Schweinehund und hinterher bin ich froh, dass ich es wieder geschafft habe. So auch beim Putzen, ich überwinde meine Abneigung gegen Hausarbeit und hinterher freue ich mich am Anblick der sauberen Fenster oder des Bades, der Küche oder was auch immer.


Ich habe mir natürlich in meinem Tagebuch den ganzen Tag Gedanken darüber gemacht. Warum ich damit so meine Schwierigkeiten habe und wo diese Blockade herkommt usw. usf. Dabei bin ich auf mancherlei interessante Dinge gestoßen, die ich aber erst noch für mich behalten will.


Aber eines weiß ich. Ab morgen werde ich diese Disziplin auch in andere Bereiche meines Lebens übertragen.


Donnerstag, 11. Oktober 2007

Eva Herman



Was mich bei der ganzen Diskussion um Eva Herman und ihren Äußerungen am traurigsten macht ist die Tatsache, dass über das eigentliche Thema von ihr, nämlich die Anerkennung der Mutterrolle überhaupt nicht diskutiert wird.

Und es kommt mir so sehr vertraut vor. Wie oft habe ich schon erlebt, dass ich ein Thema angeschnitten habe, auf das überhaupt nicht eingegangen wurde, sondern mir von meiner Äußerung irgendetwas vorgehalten wurde und ich mich ruckzuck in eine Diskussion verwickelt sah, die ich im Grunde genommen gar nicht wollte und die an meinem eigentlichen Anliegen völlig vorbeiging.

Die Anerkennung der Mutterrolle ist ein heikles Thema. Das erlebe ich immer wieder. Als ich mein erstes Buch veröffentlichen wollte, da habe ich das Kapitel über Mütter an den Verlag Frauenoffensive geschickt. Die damalige Redakteurin hat es abgelehnt, mit der Begründung ich wäre frauenfeindlich. Mein ältester Sohn hat sich nicht mehr eingekriegt, er empfand mich nämlich immer als männerfeindlich.

Ich vertrete die These, dass Mütter und ihre Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren nicht unbedingt für lange Zeit getrennt sein sollten. Es ist nicht dasselbe, ob die leiblichen Mütter oder andere sich um das Kind kümmern. Diese These wird übrigens in dem Buch von Louann Brizendine "Das weibliche Gehirn" unterstützt. Das weibliche Gehirn erfährt durch die Schwangerschaft und die Geburt eine deutliche Veränderung, die Auswirkungen auf das gesamte Verhalten haben. Ich denke, wir müssen einen Weg finden, darüber offen zu diskutieren. Es nützt uns Frauen nichts, wenn wir bei diesem Thema immer wieder aufschrecken und Angst davor haben, weil wir fürchten wieder in die Biologie und die dazugehörige Abwertung hineinzurutschen.





Montag, 8. Oktober 2007

es werde Licht


Ich bin jedesmal aufs neue hocherfreut, wenn ich wieder weiß, wie es in meinem Leben weiter gehen soll.

Es gab Zeiten, da hielt mich die unten aufgeführte Geschichte über Wasser, wenn ich nicht weiter wusste. In dieser Geschichte geht es um eine Maus, die in Milch gefallen ist und strampelt und strampelt, weil sie nicht absaufen will. Durch dieses Strampeln wird die Milch zu Butter und sie kann dann aus dem Eimer springen.

Doch dieses Mal hatte ich nicht das Gefühl, dass ich auf der Stelle trete, sondern absolut im Dunkeln tappe und überhaupt nicht mehr sehe, wo es langgehen soll. Nicht ein einziger Lichtstrahl war zu erkennen und dann heute auf einmal fand ich den Schalter und "wämm" war der ganze Raum voll beleuchtet. Ein tolles Gefühl.

Ich werde heute nacht völlig entspannt schlafen gehen.


Samstag, 6. Oktober 2007

Blogs

Ich arbeite mit dem Buch Midlife Power von Kate Klimo und Buffy Shutt. Durchstarten in die zweite Lebenshälfte. Es gibt mir gute Anregungen. Sie haben so nette To-Do-Listen. Unter anderem steht dort. Eröffnen Sie einen Blog. Ach Gott, denke ich, dass habe ich ja schon ein paar mal versucht. Glücklich war ich damit meistens nicht. Dieser Tip steht unter der Rubrik "geistig fit bleiben". Na, wenn's denn hilft, dann starte ich halt noch mal einen Versuch.